Offenlegung: Warum ich die Kampagne Alexander van der Bellens zum Bundespräsidenten unterstütze


Erstmals in meinem langen Leben bin ich einem Unterstützungskomitee für die Wahl eines Politikers beigetreten. Erstens hat mich bisher nie jemand darum gebeten, zweitens aber halte ich van der Bellen tatsächlich für einen unterstützenswerten Glücksfall, für dessen Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten ich mich gerne öffentlich einsetzen werde. Ich betone, dass dies nur eine Unterstützung für van der Bellen für diese Position darstellt – keineswegs, dass ich mich damit als Anhänger oder gar Mitglied der Grünen deklarieren möchte. Weiterhin werde ich, wie bisher, Positionen vertreten, die meiner persönlichen Einschätzung der Lage entspringen, und wie bisher bin ich nicht bereit, mich den Positionen jedweder Parteiapparate oder -gremien vorbehaltlos anzuschließen.

Warum also van der Bellen? Ich kenne ihn seit ungefähr 30 Jahren, als er aus Innsbruck nach Wien kam, hatte in dieser Zeit immer wieder unregelmäßigen Kontakt zu ihm, als Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre, als Projektverantwortlicher, als Ökonom zu Ökonom, und später auch als Ökonom zu Politiker. Immer war er bedächtig, nie vorschnell, hörte zu, brachte Argumente und ließ sich auch von meinen Erfahrungen in den EU-Gremien und den Internationalen Finanzinstitutionen mit großem Interesse berichten. Immer war er daran interessiert, die internationalen Folgen österreichischer wirtschaftspolitischer Entscheidungen mitzudenken, vielfach war er sehr kritisch gegenüber den Entwicklungen in der Europäischen Union und im internationalen Geschehen.

Ich bin der Meinung, dass Alexander van der Bellen gerade in der heutigen Zeit, die vom drohenden Zusammenbruch als permanent angesehener Sicherheiten charakterisiert ist, wo die negativen Folgen der Globalisierung der letzten Jahrzehnte für Arbeitsplätze und Einkommen, Umwelt und Sozialstaat sichtbar werden, wo die unabdingbare Solidarität in der Europäischen Union sowohl in den Auflagen der (meist südlichen) Krisenländer als auch in der Flüchtlingskrise zu zerbrechen droht, wo nationale Alleingänge und das Gefasel von der Wiedergewinnung der nationalen Souveränität um sich greifen, dass gerade in solchen Umbruchszeiten jemand mit großer inhaltlicher und politischer Erfahrung in nationalen und internationalen Angelegenheiten, der sich nicht an althergebrachte Dogmen und Parteilinien gebunden fühlt und immer in möglichen Alternativen denkt, der Richtige für dieses Amt ist. Seine Mischung zwischen Professoralität und Bürgernähe kann den Österreicherinnen und Österreichern wieder Vertrauen in den politischen Prozess geben, und sowohl ihm als auch Österreich Ansehen im Ausland gewinnen. Diese Kombination von tiefem Verständnis für die heimischen Probleme und der Notwendigkeit, Österreichs Ansehen im Ausland zu garantieren, gepaart mit politischem Verständnis, unterscheidet ihn wohltuend von den anderen KandidatInnen. Die katastrophale Wirkung der derzeitigen österreichischen (Flüchtlings-) Politik der Regierung verstärkt diese Einschätzung.

Ich persönlich werde mich in meinen öffentlichen Kommentaren weiterhin meinen eigenen Ansichten verpflichtet fühlen, nicht jenen von anderen, auch nicht von van der Bellen. An der „Linie“ (so es eine solche gibt) meiner Blogbeiträge wird sich nichts ändern. Dennoch lege ich meinen Leserinnen und Lesern die Wahl Alexander van der Bellens zum österreichischen Bundespräsidenten nahe.

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2 Comments

Filed under Life, Socio-Economic Development

2 responses to “Offenlegung: Warum ich die Kampagne Alexander van der Bellens zum Bundespräsidenten unterstütze

  1. Ich unterstütze van der Bellen auch!

  2. Ilse Müller

    Find ich super.

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