Trump und Lugner


Ist schon jemandem aufgefallen, dass es immer wieder ehemalige oder aktuelle Bauunternehmer in die Politik treibt? Vergessen wir in diesem Zusammenhang Haselsteiner, und konzentrieren wir uns auf Donald Trump und Richard Lugner. Ja, Lugner ist das österreichische Pendant zu Donald Trump. Die Parallelen sind nicht zu übersehen: beide Bauunternehmer, beide mit eigenartigem Frauenbild, das sie mit mehreren Heiraten auch selbst leben, beide extrem narzisstisch, beide benennen ihre Bauwerke weithin sichtbar mit ihren Namen, beide mit eigenartigen Frisuren, beide mit Fernsehshows, die sie bei bestimmten Wählermassen bekannt und populär machen – und beide versuchen sich, mit wechselndem Erfolg in der Politik.

Ich weiß nicht, wem von den beiden man mit diesem Vergleich Unrecht tut, aber in gewisser Weise ist Lugner der Westentaschen-Donaldtrump Österreichs, der sich mit aller Kraft und Unterstützung des Leitmediums Fernsehen in die Öffentlichkeit drängt. Die Peinlichkeiten der beiden sind Legion, der hervorstechendste Unterschied ist, dass die politische Bühne Österreichs – in diesem Fall Gottseidank – nicht viel zur Weltpolitik und zur Stabilität unserer Erde beiträgt – im Gegensatz zu den USA. Ein Präsident Trump wäre nicht nur für die USA, sondern für die Welt eine eminente Gefahr, Lugner nur eine (schlimm genug!) Lächerlichkeit.

Es gibt ja immer wieder die Gerüchte, dass sich Trump an Lugner insofern orientiert, als er eigentlich gar nicht wirklich das Amt des US-Präsidenten (nicht einmal die erfolgte Nominierung durch die Republikanische Partei) anstrebt, sondern diese peinlichen, aber leider ungeheuer populären Auftritte nur dazu nutzt, um seinen Namen noch bekannter zu machen, und vielleicht einen eigenen Fernsehkanal zu gründen. Lugner hat ihm dies mit Erfolg vorgeführt.

Den reaktionären Amerikanern, aber auch Trump, reichen die unsäglichen Fox-News mit ihrem täglichen lautstarken denunziatorischen Geschrei gegen alles und jedes, das sie als „liberal“ erachten, nicht mehr, sie wollen offenbar die offene Verhöhnung jedweden Anstandes, jedweden „Wertes“, jedweder ihnen nicht zugrölender Person (etwa die von Trump dirigierten Skandierungen „Lock-her-up“, also „ins Gefängnis mit Hillary“). Infotainment in seiner unsäglichsten, destruktivsten Form. Die letzten Umbesetzungen in Trumps Wahlkampfteam, die alle jene entfernen, die ihn weiter „in die Mitte“ der Wählerschaft treiben wollten und durch brüllende Denunziatoren ersetzten, scheinen diese Tendenz zu bestätigen: bis auf die „zornige weiße Unterschicht“, Trumps primäre Klientel, hat er noch alle anderen Gruppen im Lande, sowie einen großen Teil des Auslandes, mit Ausnahme seiner Bewunderung für autoritäre Führer wie Putin, beschimpft.

Richard Lugner hat es sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass er zum Role Model eines Donald Trump wird. Geschäft regiert die Welt. So bleibt sie nicht mehr lange bestehen: der Komet kommt (@Johann Nestroy). Wir leben in äußerst gefährlichen Zeiten.

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